|
14.06.2002: Nach dem wie immer guten Frühstück beschlossen wir, 2 Tauchgänge am Tag und einen Nachttauchgang zu machen. Mit dem Beiboot erreichten wir den ersten Tauchplatz. Es war eine Untiefe, ca. 400 m vor der Insel Selvagem Grande. Das Wasser war sehr aufgewühlt, aber unter der Wasseroberfläche merkten wir davon nichts mehr. Auf der Untiefe, in 8 15 m Tiefe, war die Sicht durch den starken Seegang nicht so gut. Sobald wir aber etwas entfernt von dem Plateau tauchten,
|
hatten wir Sichtweiten von bis zu 40 m. Durch die zahlreichen Canyons öffnete sich vor unseren Augen eine bizarre Unterwasserlandschaft, die Steilwände verschwanden im Blau der Tiefe und viele Überhänge vermittelten den Eindruck eines großen, überdachten, mit Sand gefüllten Balkons. Hier standen Steckmuscheln, Anemonen und Zylinderrosen. Ein großer Zitterrochen wartete im Sand auf seine Beute. Gelbflossen-Stachelmakrelen suchten im Schutz des Überhangs nach Nahrung und ein großer Lippfisch wurde bei
|
unserem Erscheinen etwas nervös und trat die Flucht an. In die äußerste Ecke einer Felsspalte hatte sich ein Kugelfisch verkrochen. Wir durchtauchten die Canyons und kamen immer wieder an Abhänge, neue Sandflächen und Steilwände, in deren Spalten Bärenkrebse, Putzergarnelen, Muränen, Seespinnen und Einsiedlerkrebse heimisch waren. Nur von den erwarteten Wracks zeigte sich nicht einmal eine Schraube. Jedoch wurden wir durch die Natur verwöhnt, was bei allen schon die Vorfreude auf den nächsten Tauchgang steigerte.
|
2ter Tauchgang.
Dieser wurde so geplant, dass wir nicht so weit mit dem Beiboot fahren mussten. Es war eine sehr große Untiefe, die sich als großes, flaches Plateau über 1000 m² erstreckte und von zahlreichen Rinnen mit einer Tiefe von ca. 1- 2 m durchzogen war. Die Tauchtiefe betrug hier im Schnitt ca. 20 30 m.
|
Schon beim Abtauchen entdeckten wir eine dunkle Linie, die sich als Ankerkette herausstellte. Wir folgten ihr mehr als 100 m, immer in der Hoffnung, am Ende das Wrack oder den Anker zu finden. Doch dies blieb nur ein Wunsch. An beiden Enden... nichts... also nur Kette. Allerdings hatten wir beim Folgen der Kette in den Rinnen Scherben und Hälse von Amphoren gesehen, die wir uns dann etwas genauer ansahen.
|
Sie wurden ausgiebig videografiert und an Ort und Stelle belassen. Bei diesem Tauchplatz hatten wir so gut wie keine Flora, dafür standen hier aber sehr große Fischschwärme in der Strömung, die von Zeit zu Zeit von Barakudas, Thunfischen und Stachelmakrelen attackiert wurden. Dieser Tauchgang war sehr interessant, sehr abwechslungsreich aber leider wieder kein Wrack.
|
|
Unseren Nachttauchgang führten wir in der Bucht direkt am Schiff durch. Hier trafen wir auf große Barakudaschwärme, aber das besondere Highlight bildeten Hunderte von Seehasen, die den tunnelartigen Durchbruch,
|
|
der von unserer Ankerbucht in die benachbarte Bucht führte, bevölkerten. Da wir die Unterwassergegebenheiten hier nicht kannten, benutzten wir aus Sicherheitsgründen das Eye-Sea Navigationssystem, der Firma Seemann Sub.
|
Wir hängten den Sender des Eye-Sea Navigationssystem unter das Schiff und jede Gruppe bekam einen Empfänger, so dass alle Gruppenführer genau wussten, in welche Richtung und wie weit entfernt das Schiff lag.
|
Von Funktion und Genauigkeit waren wir begeistert.
Nach einem erlebnisreichen Tag hatten wir bei einem guten Essen und einem Glas Wein noch viel zu erzählen.
|